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Die Kosten für das mobile Telefonieren sind in den Vergangenen Jahren deutlich gesunken, da immer mehr Kunden sich bei einem Handyvertrag Vergleich für einen günstigen Handyvertragsanbieter entscheiden. Ebenfalls sind die Roamingkosten in der EU von der EU stark begrenzt worden, so dass Sie heute auch im europäischen Ausland relativ günstig telefonieren können.

Kostenfalle Kreuzfahrt - mobil telefonieren auf Kreuzfahrten

Wie sieht es aber aus, wenn Sie auf einem Kreuzfahrtschiff mobil telefonieren bzw. auf dem Smartphone angerufen werden? In Deutschland telefonieren Sie in Ihrem Netz – im Ausland nutzt Ihr Smartphone normalerweise das leistungsstärkste Netz, welches jeweils aktuell zur Verfügung steht. Dank der heute günstigeren Roamingtarife halten sich die Kostenrisiken im europäischen Ausland für den Kunden im Rahmen. Für Schiffe gelten diese Tarife allerdings nicht. Und das aus gutem Grund. Die Mobilfunkverbindungen über das vorhandene Bordnetz werden über Satelliten geleitet und sind deshalb entsprechend teuer. Da kann die Minute schon mal 5 bis 10 Euro kosten – für ein Megabyte Datenvolumen werden zwischen 6 und 25 Euro berechnet. Es passiert deshalb gar nicht mal so selten, dass Kreuzfahrer nach der Rückkehr eine Handy-Schockrechnung von mehreren hundert Euro bis hin in die Tausende vorfinden.

Fast alle Kreuzfahrtunternehmen weisen deshalb extra auf diese Gebührenfalle hin und legen den Urlaubern nahe, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Wenn Sie als genutztes Funknetz Bezeichnungen wie MCP, TIM Maritime oder WMS auf Ihrem Smartphone lesen, dann können Sie davon ausgehen, dass sich Ihr Handy in das Bordnetz eingeloggt hat. Das Einloggen in das Schiffsnetz kann unter Umständen schon beim Einchecken an Bord passieren. Da kann der letzte Gruß vom Hafen in Richtung Heimat schon sehr teuer werden. Sie sollten deshalb schon vor dem Antritt der Reise Ihr Netz manuell auswählen. Sie nutzen dann nur dieses Netz solange dieses verfügbar ist – und zwar auch nach Unterbrechungen.

Kostenfalle Kreuzfahrt - mit diesen Tipps minimieren Sie Ihr Kostenrisiko

Damit die Traumschiffreise nicht zu einem finanziellen Alptraum mutiert, sollten Sie nachfolgende Tipps beherzigen.

  • Stellen Sie Ihr Smrtphone auf manuelle Netzsuche ein, so laufen Sie nicht Gefahr, dass sich das Handy nicht in das teure Bordnetz einloggt. Da viele terrestrische Netze (Funknetze an Land) auch noch weit im Meer erreichbar sind, können Sie zu mindestens in Küstennähe mit dem manuell ausgewählten Funknetz relativ günstig telefonieren – vorausgesetzt es handelt sich um ein Funknetz innerhalb der EU. Den besten Empfang haben Sie an Deck. Wichtig: Wenn Sie außerhalb der EU-Grenzen an Bord telefonieren wollen und dabei terrestrische Netze anwählen können, haben Sie keine Sicherheit bei den Telefonkosten, da es hier normalerweise keine Regulierung der Roamingkosten gibt. Die Erfahrung lehrt, dass z.B. Mobilfunkunternehmen in den afrikanischen Ländern dies ausnutzen und zum Teil horrende Minutenpreise in Rechnung stellen.
  • Natürlich sollten Sie auch das automatische Datenroaming abstellen, denn hier drohen sehr hohe Kosten, wenn z.B. automatische Updates eingespielt werden oder Apps kontinuierlich Daten ziehen. Am sichersten ist es, wenn Sie die Apps, die permanent Daten abfragen (z.B. Standort, Wetter etc.) auf Ihrem Smartphone deaktivieren. Stellen Sie Ihr Smartphone so ein, dass auch Updates nicht mehr automatisch eingespielt werden.
  • Auch eingehende Gespräche kosten Geld. Je nach Mobilfunkunternehmen werden auch für angenommene Anrufe pro Minute bis zu 10 Euro berechnet. Überlegen Sie sich deshalb zweimal, ob Sie wirklich den Anruf annehmen möchten.
  • Auch die Mailbox kann zur Kostenfalle werden. Schalten Sie deshalb immer vor Reiseantritt die Mailbox bzw. Rufumleitung auf das Handy ab – Ihr Portemonnaie wird es Ihnen danken. Tipp: Wenn Sie für alle eingehenden Telefonate eine unbedingte Rufumleitung zur Mailbox festlegen, dann sind Sie zwar nicht mehr erreichbar, aber der Anrufer kann eine Nachricht auf Ihrer Mobilbox hinterlassen (die Sie später z.B. an Land abfragen können) ohne dass Sie mit zusätzlichen Kosten belastet werden.
  • Wenn Sie darauf angewiesen sind, dass Sie jederzeit erreichbar sind, dann sollten Sie vor Reisebeginn beim Reiseanbieter nachfragen, welcher Schiffsnetzbetreiber (Kennung) auf dem gebuchten Kreuzfahrtschiff präsent ist und wie hoch die Gebühren dieses Anbieters für eingehende und abgehende Telefonate und Datenpakete sind. Auf manchen Schiffen werden auch Prepaidkarten angeboten. Der Nachteil, dass Sie unter einer anderen Telefonnummer erreichbar sind wird dadurch aufgewogen, dass Sie die Kosten jederzeit „im Griff“ haben.
  • Sollten Sie unbedingt ein Lebenszeichen von sich geben wollen, dann wäre eine SMS noch die günstigste Lösung. Auch für SMS verlangen die Betreiber mit 0,37 Euro bis 1,10 Euro je SMS relativ hohe Gebühren, was allerdings noch deutlich günstiger ist, als wenn Sie ein Telefonat führen. Und der Clou: auf vielen Schiffen ist der Empfang von SMS kostenfrei – bitte aber vorher nachfragen!
  • Nicht vergessen! Die gleiche Kostenfalle für Mobilfunktelefonate auf Kreuzfahrtschiffen droht Ihnen auch auf Fähren. Sollten Sie mal eine Fähre nutzen, dann sollten Sie während der Überfahrt Ihr Smartphone am besten ausschalten – denn wer denkt schon daran, dass Sie hier eventuell bis zu 10 Euro je Telefonminute bezahlen müssen.

Kostenfalle Kreuzfahrt - Ihr gutes Recht

Befinden Sie sich im europäischen Ausland, dann sind die Mobilfunkanbieter verpflichtet Sie über die Verbindungsentgelte zu informieren. Sie erhalten deshalb normalerweise eine SMS über die Verbindungsentgelte, wenn sich Ihr Handy in das Bordnetz einloggt. Allerdings haben sich lt. Stiftung Warentest immer wieder Kunden darüber beschwert, dass diese keine SMS erhalten haben – vor allem auf Fähren.
Das Verbraucherportal aboalarm weist darauf hin, dass die EU zum Schutz der Verbraucher speziell für solche Fälle einen Kostenschutz verordnet hat und die Mobilfunkanbieter für mobile Roaming-Datenverbindungen per Smartphone innerhalb der EU maximal 59,50 Euro verlangen dürfen. Der Provider muss dann aktiv (z.B. per SMS) darauf hinweisen, dass der Kostenschutz aktiv ist. Der Kunde hat dann die Möglichkeit zu entscheiden, ob er den Kostenschutz aufheben möchte - und damit weiter telefonieren möchte - oder eben nicht. Dieser Kostenschutz greift lt. aboalarm auch auf einem Schiff. Allerdings sollten Sie immer bedenken, dass Recht haben und Recht bekommen immer zwei Paar Schuhe sind. Und Sie müssen erst einmal Ihr Recht (häufig über den Rechtswegt) durchsetzen.

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